Ein Weingut am Meer. In Rheinhessen? Ja! Zumindest wenn man sich knapp vierzig Millionen Jahre zurückdenkt. Damals war das nördliche Rheinhessen Teil eines tertiären Meeres, des heutigen Mainzer Beckens. Zu dieser Zeit verschoben sich die Kontinente, Gebirge falteten sich auf, und dort, wo wir heute leben und unsere Reben wachsen, bildete sich ein großes Korallenriff. Dieses Riff ist natürlich längst Geschichte – allerdings eine, die unsere Arbeit stark beeinflusst; denn es prägt den Boden mit seinem hohen Kalkgehalt.

Für uns ist das ein großes Glück; denn der Kalk im Boden schafft besondere, ja unglaublich gute, lebendige und spannungsgeladene Weine. Sind nicht die großen Burgunder allesamt vom Kalk geprägt? Auch jene Rebsorte, in die wir unser ganzes Herzblut investieren, entwickelt sich prächtig auf dem alten Korallenriff: Der Riesling erweist sich als ein unvergleichlich guter Übersetzer dieses Bodens.

So kommt hier in Appenheim genau das zusammen, was wir am meisten lieben: unsere kalkgeprägten heimatlichen Lagen wie der Hundertgulden, der Laurenziberg oder der Steinacker und – unser Riesling. Beide, die Lagen und die Reben, begleiten und entwickeln wir ruhig und überlegt, schonend und naturnah, mit Akribie und Ausdauer. Wir verbringen hunderte Stunden in den Weinbergen, damit die Weine später eine klare Geschichte erzählen können. Es ist die Geschichte ihrer Herkunft und unserer Leidenschaft.

Herkunft

49°55‘32.8“N
8°2‘30.3“E

Herkunft

49°55‘32.8“N 8°2‘30.3“E. Wir sind waschechte Rheinhessen oder, wie man hier sagt, Rhoihesse. Doch Rheinhessen ist groß, ja das größte Weinanbaugebiet in Deutschland. Entsprechend vielfältig sind die Bodenformationen und klimatischen Prägungen der einzelnen Regionen. Vom warmen Klima und den schweren Lehmböden des Wonnegau, dem rotliegenden Schiefer der Rheinfront über die Porphyr-Böden der rheinhessischen Schweiz reicht die Vielfalt bis zum Korallenkalk im nördlichen kühlen Appenheim.

Schaut man auf die Karte Rheinhessens mit dem Städtetrio von Bingen, Mainz und Worms, dann liegt unsere Heimat am nordwestlichen Ende. Dort findet sich unweit von Bingen der Westerberg – eine Erhebung, die das Welzbachtal und unseren Heimatort Appenheim prägt. Er tut dies nicht nur landschaftlich; das stetig wechselnde Terroir entlang des Westerbergs bildet auch den Charakter unserer Weinbergslagen. Unterhalb unserer besten Lage, dem Hundertgulden, liegt unser Weingut. Von hier aus hat man einen unverstellten Blick ins Tal, auf den Westerberg und weit über die Landschaft bis nach Ingelheim und zum Rhein.

Weingut

Die Traube
fällt nicht weit
vom Rebstock

Weingut

19.Jh
Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts baut die Familie Knewitz Wein an.
1968
Die Großeltern Erwin und Magdalena Knewitz legen mit der Aussiedlung auf den heutigen Standort, den Rheinblickhof, einen wichtigen Grundstein.
1971
Vater Gerold Knewitz erlernt den Beruf des Winzers.
1976
Zum ersten Mal wird Wein in Flaschen abgefüllt.
2007
Die Rebfläche ist von 5 auf 15 ha angewachsen. Tobias tritt in die Fußstapfen seiner Vorfahren und beginnt eine Ausbildung zum Winzer.
2009
Mit ehrgeizigen Zielen strukturiert Tobias den Familienbetrieb um und setzt bedingungslos auf Qualität und naturnahen Weinbau.
Heute

Die Rebfläche beträgt 20 ha und ist vor allem mit Riesling und Burgundersorten bestockt. Lebensgefährtin Corina und Bruder Björn sind nun Teil des Weinguts und bilden mit Tobias das Knewitz-Team. Vater Gerold steht ihnen mit seiner langjährigen Erfahrung und Tatkraft zur Seite.

„Nur der Wein erlaubt dem
Menschen, den Geschmack
der Erde zu verstehen“ - Colette

Lagen

Lage
Lage
Lage

Lagen

Lage, Lage, Lage. Noch bis in die 1970er Jahre hinein war die Lage alles. Sie sorgte für das Renommee eines Weines. Viele Etiketten trugen lediglich den Lagennamen, nicht aber den Namen der Rebsorte – und zwar ebenso, wie es beispielsweise im Burgund noch heute der Fall ist. Die Bedeutung der Lage drohte zwischenzeitlich verloren zu gehen. Doch mit dem Generationswechsel und dem Wiederaufstieg des deutschen Weins in die Spitzenliga ist auch die Lage wieder entscheidend. Schließlich ist sie es, die die Herkunft verrät, während die Traube der entscheidende Vermittler ist.

»Nur der Wein erlaubt dem Menschen, den Geschmack der Erde zu verstehen«, schrieb einst die französische Schriftstellerin Colette. So empfinden wir das auch. Wir lieben die Vielfalt unserer Böden, deren Gemeinsamkeit der hohe Kalkanteil ist. Es ist das weiße Gold, das unseren Weinen Klarheit und Präzision, eine beeindruckende Säurestruktur und Frische verleiht. Obwohl Goldberg und Hundertgulden, Honigberg und Steinacker, Eselspfad und Laurenziberg Teil desselben tertiären Riffs sind, unterscheiden sie sich doch klar in ihrem Charakter.

Lagen

Hundertgulden

Der Hundertgulden ist unsere wichtigste Lage und – nach unserer Meinung – eine der besten in Rheinhessen. Sie wurde bereits 1148 in einer Schenkung an das Kloster Disibodenberg erwähnt und gehört somit zu den ganz alten Klosterlagen mit hervorragendem Ruf. Ihren Namen bekam die Lage im 14. Jahrhundert, als sie mehrfach für viele rheinische Goldgulden den Besitzer wechselte.

Die Steillage, die sich hinter unserem Weingut den Hang hinaufzieht, besteht in der Tiefe aus tertiärem Kalkstein, im Oberboden finden sich Kalkmergel und Kalklehm. Das Kernstück des Hundertgulden ist sogar die kalkreichste Weinlage Deutschlands. Im Hundertgulden entstehen Rieslinge mit purer Energie und mit druckvoller Mineralität. Sie sind komplex, langlebig und begeistern mit einer vibrierenden Frische.

Lagen

Goldberg

Der nach Süd-Südwest ausgerichtete Goldberg ist der direkte Nachbar des Appenheimer Hundertgulden, gehört aber offiziell schon zu Gau-Algesheim, dem Nachbarort. Unsere Flächen im Kernstück sind die wärmsten, die wir haben. Das Klima und der kalkige, mergelige Boden sorgen für ein sattes Gold in der Farbe, für tropische und gelbfleischige Noten und zugleich für eine intensive mineralische Struktur der Weine. Neben dem Riesling steht hier ein wenig Chardonnay.

Lagen

Steinacker

Der Steinacker zieht sich um die Ortschaft Nieder-Hilbersheim. Unser Weinberg liegt am Nordhang des Steinackers, knapp 245 Meter hoch in einer geschützten Lage am Waldrand. Es sind unsere kühlsten Parzellen, die hier einen ungewöhnlich kargen Boden haben. Kalk und Eisenerz führen einerseits zu einem komplexen, aber puristisch festen und kräuterwürzigen Riesling, der sich markant vom Hundertgulden unterscheidet. Andererseits stehen hier die Reben für unsere Chardonnay »Réserve«, dessen Säurestruktur, Spannung und rauchige Mineralität uns immer wieder beeindruckt. Der 1362 erstmals erwähnte Steinacker mag weniger bekannt sein, für uns aber ist er ein Weinberg mit Cru-Charakter.

Lagen

Eselspfad

Im Untergrund findet man den tertiären Kalksteinsockel, der all unsere Weinberge beeinflusst. Als Auflage hat der Eselspfad Löss: ein tiefgründiger, aber leichter Lehmboden, auf dem sich vor allem unser Weißburgunder und Silvaner, aber auch der Riesling wohlfühlen. Am Südhang dieser Appenheimer Lage, die 1375 erstmals erwähnt wurde, stehen alte Reben, die nur wenige und kleine Beeren liefern. Doch die haben es Jahr für Jahr in sich. Sie bieten nicht nur eine herrlich gelbe Frucht, Volumen und Schmelz, sie liefern auch viel Extrakt und Tiefe.

Lagen

Honigberg

Der Honigberg grenzt gleichfalls an den Hundertgulden, allerdings südöstlich in der Gemarkung Nieder-Hilbersheim. Auch hier finden sich noch Reste des kalkreichen Bodens, insgesamt aber ist der Boden etwas lehmiger und schwerer, man findet hier roten Kalk und Eisenerz. Es ist gut möglich, dass hier früher hunnische Rebsorten standen. Aus dem Hunnischen hat sich dann wohl der Begriff »zu hönningen« entwickelt, unter dem der Weinberg 1740 zum ersten Mal erwähnt wurde. Für uns ist der Honigberg ein wichtiger Bestandteil unseres Lagenportfolios. Hier entstehen druckvolle und würzige Weine aus Riesling, Weißem Burgunder und Chardonnay.

Lagen

St. Laurenzikapelle

Unterhalb der barocken St. Laurenzikirche in Gau-Algesheim liegt die Weinbergslage südlich auf ca. 200 Metern Höhe. Benannt wurde sie nach der Laurenzikapelle, die im 7. Jahrhundert bereits erwähnt wurde und im 18. Jahrhundert der barocken Wallfahrtskirche Platz machen musste. Tonmergel und toniger Lösslehm liegen auf dem tertiären Kalksockel. Das kühle Mikroklima dieser Lage führt zu filigranen, säurebetonten und tänzelnd leichten Rieslingen.

Riesling

Riesling
The real thing

Riesling 1/2

The Real Thing. Es mag sein, dass wir nicht ganz objektiv sind. Doch für uns ist der Riesling die größte aller weißen Rebsorten. Das liegt sicher auch daran, dass es unsere Heimatsorte ist und dass wir mit ihr groß geworden sind. Sie ist schon immer hier und hat unsere Arbeit und die unserer Vorfahren bestimmt.

Gibt es eine andere Traube, die so präzise und klar den Boden, das Klima, die Ausrichtung und Neigung der Weinberge, den Wetterverlauf und somit den Jahrgang abbildet, wie es der Riesling tut? Gibt es eine andere Sorte, die man trocken, feinherb, fruchtsüß und edelsüß ausbauen kann, als Schaumwein und Stillwein in allen Prädikatsstufen, eine Sorte, deren Weine Jahrzehnte und manchmal sogar Jahrhunderte alt werden können?

Riesling 2/2

Der Riesling ist eine Rebsorte von großer Eleganz, die sich nur sehr selten in den Vordergrund drängt. Wuchtig und schwer mögen andere Sorten sein. Der Riesling besticht vor allem durch seine feingliedrige und verspielte Art, durch seine Eleganz und den Charme, den er versprüht. So zeigt er sich schon in seiner Jugend, wenn die Frucht überwiegt. So bleibt er, wenn er reif wird und sich komplexere Aromen bilden.

Unsere Idee vom Riesling ist zeitlos. Er entsteht im Weinberg und wird von uns durch den Keller geleitet. Wir geben dem Riesling in unseren traditionellen großen Holzfässern vor allem Zeit, damit er sich in Ruhe zu seiner vollen Größe und Komplexität entwickeln kann.

Weine

Jede Spitze
braucht eine
gute Basis

Weine

Jede Spitze braucht eine gute Basis. Bei uns gibt es Gutsweine, Ortsweine und Lagenweine. Innerhalb dieser Qualitätspyramide – auch als burgundisches Modell bekannt – zeigen die Weine von Stufe zu Stufe immer präziser die Herkunft und unseren Stil, das Potential der Orte, der Lagen und der Rebsorten.

Am Anfang steht der Charakter der kühlen, kalkreichen Lagen des Welzbachtals, in der Mitte wird das Besondere der einzelnen Orte mit den verschiedenen Bodenformationen deutlich, während die Lagenweine das ganze Potential der Lagen rund um Appenheim und seiner Nachbarorte sichtbar machen – wie durch ein Brennglas gesehen.

Riesling

Die Visitenkarte unseres Hauses ist ganz klar der Riesling. Denn dieser Wein spiegelt die Kalkböden unserer Heimat hervorragend wider. Er balanciert zwischen der Frucht von jungem Steinobst, steiniger Würze und Kräutrigkeit. Dabei ist er geradlinig, eigenständig und punktet mit einer erfrischenden Säure. Das Schöne ist: Er hat Charakter und ist gleichzeitig animierend frisch.

Grüner Silvaner

Der Grüne Silvaner ist seit Jahrhunderten in Rheinhessen beheimatet. Und natürlich ist der würzige und leichtfüßige Wein der Klassiker zum Spargel. Doch für uns kann er noch viel mehr. Er ist ein perfekter Begleiter für jeden Tag – einschenken, zurücklehnen und genießen!

Weißer Burgunder

Böden, Reben, Ausdruck, Burgunder: Mit reifen gelben Früchten, Saft und Länge präsentiert sich der Weiße Burgunder. Die erfrischende Säurestruktur, gepaart mit einer feinen Würze, der subtilen Struktur sowie einer mineralisch geprägten Ader, lässt erahnen, dass er auf Kalk wächst – Herkunftscharakter garantiert.

Chardonnay Holzfass

Chardonnay und Kalk passen einfach hervorragend zusammen. Der Boden schenkt dem Wein eine steinige Mineralität, eine animierende Frische und Lebendigkeit, während das Holzfass für eine feine Röstaromatik sorgt – ein reduktiver, nussiger Chardonnay mit einer cremigen Textur und dezenten Frucht. Dieser kleine Bruder der »Réserve« bringt vor allem den Boden, die starke Kräuterwürze sowie ein klares Rebsortenprofil zum Ausdruck.

Sauvignon blanc

Ein Wein, der saftig ist, viel Spaß macht und erfrischt. Er duftet nach frisch gemähtem Gras und Limetten, nach Stachelbeeren und Maracuja. Am Gaumen gibt es jede Menge Frucht und eine feine Bitternote, Mineralität und einen Säurekick, der einen immer wieder zum Glas greifen lässt.

Rosé

Kernig mögen wir Rosé am liebsten. Und wenn er dazu noch Kraft, helle rote Frucht und eine feine Kräutrigkeit besitzt, dann heißt es: Sommer, Sonne und Rosé trocken!

Gutsweine

Die Gutsweine sind unsere Einstiegsweine und somit das Fundament. Sie verbinden das Junge, Frische und Fruchtige mit ihrer rheinhessischen Herkunft und spiegeln die Rebsorte, den Jahrgang sowie den Boden deutlich wider. Sie geben ein klares Statement von unserer Art, Wein zu machen, und sind ein Vorgeschmack auf die großen Weine – wie das Amuse-Gueule, das den ersten Akzent setzt und einen Vorgeschmack auf den Stil der Küche bietet.

Appenheimer Riesling Kalkstein

Pur und konsequent trocken ist dieser Appenheimer Riesling vom Kalkstein. Er bietet Aromen von Wildkräutern und Steinobst. Der Kalk gibt dem Riesling eine steinig würzige Komponente, vor allem aber eine vibrierende Mineralität, Druck und Salzigkeit. Wir freuen uns immer wieder über die wunderbare Länge, die der Wein bietet: ein Riesling mit Anspruch.

Nieder-Hilbersheimer Riesling Eisenerz

Die Verbindung aus Kalk und Eisenerz führt zu einem ganz besonderen Charakter. Für uns ist dies ein echter Steinwein: Die Betonung liegt auf dem Boden, nicht auf der Frucht. Der Riesling ist klar, präzise und kühl: ein Wein ohne Kompromisse, reduziert auf das pure Erz, elegant und subtil.

Appenheimer Silvaner

Die konzentrierten kleinen Beeren des Appenheimer Silvaners führen zu einem dichten Körper und einer feinen Frucht. Der Wein ist feingliedrig und begeistert mit einer milden Saftigkeit und einer intensiven Länge. Am Gaumen zeigt er eine Balance aus Druck, innerer Spannung und einem gut verpackten, lang gezogenen Säurebogen.

Appenheimer Weißer Burgunder

Kraftvoll, packend und frisch zeigt sich der weiße Burgunder aus Appenheim. Er duftet nach weißen Blüten und reifen Nüssen, hat einerseits Frische, aber andererseits die typische burgundisch zurückhaltende Säure. Gleichzeitig bietet er den Druck und die salzige Mineralität am Gaumen, die der Kalkstein in die Reben bringt: ein straffer, ernsthafter Ortswein mit viel Charme.

Ingelheimer Spätburgunder

Dieser Pinot ist unser schwarzer Ritter. Er begeistert mit einer ausladenden Kirschfrucht, mit Aromen von dunkler Schokolade, Kirschkernen, Sandelholz, etwas Zeder, Thymian und weiteren ätherisch-balsamischen Noten. Im Mund ist er ein saftiger, feinwürziger Wein mit den richtigen Proportionen: seidige Tannine ohne Überextraktion oder zu viel Holz, sondern mit dem richtigen Quantum Rouge auf den Wangen und dem Speck am rechten Fleck.

Ortsweine

Unsere Ortsweine wachsen auf den großen Lagen rund um Appenheim. Sie sind schon deutlich klarer, markanter und in ihrer Stilistik kühler, straffer und druckvoller als die Gutsweine. Mit ihrem klaren Orts- und Terroircharakter sind sie so etwas wie die Miniaturen der Lagenweine. Sie haben so viel Charakter, dass man ihnen ruhig etwas mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen darf.

HUNDERTGULDEN Riesling

Regionale Spitzenlage – 43 % purer Kalkstein – Steillage
Steinobst, nasser Stein und eine kräutrige Würzigkeit bilden den Auftakt dieses puren Kalk-Rieslings. Der Hundertgulden ist direkt präsent. Er steckt voller Kraft, ist druckvoll, ja geradezu elektrisierend – ein Athlet ohne ein einziges Gramm Fett zu viel auf den Hüften, dabei gnadenlos trocken und absolut puristisch. Ein großer rheinhessischer Riesling mit einer noch größeren Zukunft.

STEINACKER Riesling

Alte Reben – Eisenerz und Kalkstein – kühlste Lage
Steinig, kühl und komplex, geradlinig und puristisch präsentiert sich der Riesling aus dem Steinacker. Im Duft dominiert die Kräuterwürze, am Gaumen das Zupackende; denn der Wein hat Biss, ist kernig und zeigt einen deutlich mineralischen Schub. Der Säurebogen spannt sich vom ersten Schluck bis ins lange salzige Finale: ein Wein, der durch seinen Ausdruck, seine Eleganz und Vielschichtigkeit beeindruckt.

GOLDBERG Riesling

Alte Reben – wärmste Lage – Kalkmergel
Die intensive Kalkwürze zieht sich beim Goldberg wie ein roter Faden durch Duft und Geschmack. Es ist ein körperreicher, kraftvoller und warmer Riesling mit einer feinen Säure, einer intensiven, reifen gelben Frucht und schönen Dichte. Der Goldberg hat Schliff, zeigt Kontur und Seriosität bis ins lange Finale.

ESELSPFAD Weißer Burgunder

Alte Reben – Bonsai-Träubchen – Kalkstein mit Löss
Gelbe Früchte, Heu und frische Kräuter ziehen sich durch die gesamte Aromatik des Weißen Burgunders. Eine zarte Holzwürze gibt der Frucht Struktur und bereichert den komplexen Eindruck. Am Gaumen zeigt sich der Eselspfad kraftvoll, knochentrocken und extraktreich mit einem leicht rauchigen Finish: ein Wein mit starkem Charakter und Ausdruck.

Chardonnay RÉSERVE

Mittelalte Reben – Eisenerz und Kalkstein – kühlste Lage Das rheinhessische Burgund liegt am kühlen Waldrand des Steinackers. Dort entsteht ein rauchiger, druckvoller und purer Chardonnay. In der Jugend zeigt er sich leicht reduktiv und durch den zurückhaltenden Holzeinsatz mit einer subtilen Röstnote. Sie bildet den Rahmen für eine intensive salzige Mineralität und eine helle und doch ganz ernsthafte Frucht. Am Gaumen hat der Chardonnay viel Kraft und Volumen und ist doch finessenreich ohne jeden Schnörkel. Die »Réserve« ist ein Wein von großer Tiefe und Länge, mundfüllend und klar konturiert.

Lagenweine

Sie stammen fast ausnahmslos von alten Reben in den Kernstücken der Cru-Lagen des Welzbachtals. Sie spiegeln die Herkunft am deutlichsten wider und sind somit flüssige Abbildungen jeder Einzellage. Gerade im direkten Vergleich der Rieslinge aus dem Hundertgulden, Goldberg und Steinacker wird deutlich, wie markant die Herkunftsunterschiede dieser Weine sind. Sie sind – das dürfen wir wohl sagen – unser ganzer Stolz. Denn sie zeigen den klaren und unverfälschten Ausdruck unserer Idee, Weine vom Kalkboden entstehen zu lassen, die expressiv, komplex und lebendig sind und darüber hinaus ein großes Reifepotential in sich tragen.